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Vom Kaufhauserpresser zum Karikaturist
12.04.2019 17:15 Uhr
Vor 25 Jahren: «Dagobert» wird gefasst und ändert sein Leben

Berlin, 12.04.19: Als Kaufhaus-Erpresser «Dagobert» wurde er bekannt. Arno Funke sorgte vor 25 Jahren bundesweit für Schlagzeilen. Über Monate narrte er die Polizei mit seinen ausgeklügelten Tricks. Der gelernte Schilder- und Lichtreklamehersteller sei durch das Einatmen giftiger Dämpfe krank gewesen. Das habe ihn zu seinen Taten getrieben, bei denen niemand schwer verletzt wurde. O-TON Arno Funke, heutzutage Karikaturist «Ich habe natürlich auch dafür gesorgt, dass nichts passiert. Was mir ja dann natürlich vor Gericht auch angerechnet wurde. Insofern hat das ja mit dazu beigetragen, dass ich ein relativ mildes Urteil, eben besonders beim ersten Urteil bekommen habe.» 1996 wurde Funke endgültig wegen Erpressung des Berliner KaDeWes und mehrerer Sprengstoff-Anschläge auf Karstadt-Filialen zu neun Jahren Haft verurteilt. Ab dann war Schluss mit «Dagobert». O-TON Arno Funke, Karikaturist «Meine Verhaftung spielt jetzt eigentlich keine Rolle mehr für mich. Das ist alles vorbei. Das ist gegessen. Das ist 25 Jahre her. Und da verblasst auch langsam die Erinnerung einfach. Und auch die Emotionen gehen da nicht mehr so hoch. Man ist natürlich froh, dass alles überstanden ist, dass man nicht mehr im Gefängnis sitzt. Und dass das Leben seinen normalen Gang geht.» Noch im Knast kam die Anfrage des «Eulenspiegel», ob er für das Satiremagazin zeichnen wolle. Er wollte, und das ist bis heute so geblieben. Auf dem aktuellen Titelbild hat er die britische Premierministerin Theresa May nach «Malle» geschickt. O-TON Arno Funke, Karikaturist «Und meine Arbeit wird von den Lesern geschätzt und es ist schön. Das freut einen. Und man bekommt auch noch Geld dafür, dass man Politiker verarscht.» Sein nächstes Projekt ist ein neues Buch, sagt der 69-Jährige. Bis zum 70. Geburtstag will er es fertig haben. Es soll ein fantasievoller Roman mit Gesellschaftskritik werden.

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