NEWSHUB
Hoffnung auf Bayerns Hilfe
16.04.2019 18:40 Uhr
Söders Reise zu Afrikas Flüchtlingen

Gambela, 16.04.19: CSU-Chef Söder und seine Entourage besuchen ein Refugee Camp im Südwesten Äthiopiens. Es ist zwar nur ein Punkt auf ihrer langen Liste mit Terminen auf der Reise. Doch schon beim Betreten spürt jeder, dass dies ein besonderer Ort ist. Auch am bayerischen Ministerpräsidenten gehen die Eindrücke nicht spurlos vorbei, wenngleich es Söder zunächst schwerfällt, seine Empfindungen in Worte zu fassen: «Das hier muss ich erstmal sacken lassen», sagt er. Erst auf Nachfrage beschreibt er seine Gefühle als «schockiert und beeindruckt gleichermaßen». Auf der einen Seite die Lebensfreude der Menschen, auf der anderen Armut und persönliche Schicksale. Rund 84 000 Menschen leben laut der jüngsten Berechnung des UN-Flüchtlingshilfswerks derzeit in dem Flüchtlingslager, die meisten geflohen aus dem von Krieg und Stammes-Unruhen geplagten Nachbarland Südsudan. Wie es jedoch mit den Menschen weitergehe, sei offen. Immer wieder kehrten Einzelne zurück und schauten, ob sich die Lage verbessert habe. Knapp 60 Kilometer ist die Grenze zum Südsudan vom Lager entfernt. Äthiopien ist das richtige Reiseziel zur richtigen Zeit, betont Söder dieser Tage gerne. Der von Söder gewünschte Imagewandel für sich selbst und die CSU ist nicht spontan. Dahinter stecken vielmehr Lehren aus dem schlechten Abschneiden der CSU bei den Wahlen und das Ziel, sich dauerhaft vom eigenen extrem asylkritischen Kurs zu distanzieren. Zudem weiß auch Söder, dass innerafrikanische Flüchtlingsprobleme schnell zu Problemen für ganz Europa werden können.

Auch interessant
Anklage gegen Ex-VW-Chef Winterkorn im Diesel-Skandal
Wolfgang Schäuble zu 70 Jahre Grundgesetz
Söder tourt durch Äthiopien
Vorteil für rechtes Lager um Netanjahu bei Israel-Wahl
Grüne wollen sexuelle Identität ins Grundgesetz schreiben
EU-Kommissar Oettinger wünscht sich weichen Brexit