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Protest gegen einen Geldgeber ihres Vereins
24.04.2019 10:16 Uhr
Fans von Tennis Borussia gehen dauerhaft fremd

Berlin, 24.04.19: Der Bus nach Leipzig geht früh - 50 Fans des Berliner Oberligisten Tennis Borussia fahren zur Partie von Roter Stern Leipzig. Nur spielen die Sachsen gar nicht in der Oberliga - und auch nicht gegen TeBe. Stattdessen sehen die TeBe-Fans eine für sie im Grunde unbedeutende Partie gegen den VfB Zwenkau. Sie gehen fremd. Aus Protest gegen einen Geldgeber ihres Vereins. Und das eine komplette halbe Saison lang - 17 Termine umfasst ihre «Caravan of Love»-Tour. O-Ton Maike Beutler, Vorstandsmitglied der Tennis Borussia Aktive Fans (TBAF) «Wir sind hier, um Fußball zu schauen. Das ist eine Einladung aus der Caravan of Love-Tour und wir sind mit Roter Stern Leipzig befreundet, weshalb wir sehr gern ganz besonders dieser Einladung heute auch gefolgt sind.» O-Ton Conrad Leppert, Pressesprecher Roter Stern Leipzig «Und deswegen ist es für uns keine Frage, dass dort nur Solidarität nach Berlin gehen kann, wenn autoritäre Personen dort versuchen, Vereinsgeschicke zu lenken und zu leiten und kein Ehrenamt, keine engagierten Leute mehr zu lassen.» Die TeBe-Anhänger werfen dem Vorstandsvorsitzenden und Geldgeber Jens Redlich vor, den Traditionsverein aus Berlin-Charlottenburg gekapert zu haben. Vor drei Jahren stieg der Geschäftsführer einer Fitnessstudiokette als Geldgeber bei dem mal wieder in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Verein ein. Redlich würde den Verein autokratisch führen und keine Mitsprache dulden, sind zwei der zentralen Vorwürfe der Fans. O-Ton Jens Redlich, Vorstandsvorsitzender von Tennis Borussia Berlin (TeBe) «Leute, die den Verein bewusst schädigen, bewusst in einer Situation in dem Bereich den Rücken kehren und zwar nicht nur der ersten Herrenmannschaft, sondern dem Gesamtverein das sind keine Fans. Das sind Leute, die versuchen ihr eigenes politisches Interesse durchzubekommen. Und das wird es mit mir in der Führung und dem Vorstand nicht geben.» Seiner Meinung nach bilden 20 bis 40 «linke bis linksextreme» Fans den Kern des Protests, der die Reputation des Vereins schädige. Die TeBe-Fans hatten ihrem Verein den Rücken gekehrt, weil sie sich dort nicht mehr respektiert und willkommen fühlen. Nun wollen sie neue Strukturen bis hin zu einer Vereinsneugründung im Sommer entwickeln.

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