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Lübecker Psychologen fanden das heraus
27.03.2019 10:50 Uhr
Studie zeigt: Präsident Trump ist vielen US-Bürgern peinlich

Lübeck, 27.03.19: Manche mögen es geahnt haben, jetzt ist es wissenschaftlich bestätigt: Donald Trump ist peinlich, zumindest vielen US-Amerikanern. Das hat eine Auswertung von etwa 130 000 Twitter-Nachrichten ergeben. Nach Trumps Amtsantritt sei die Zahl der Nachrichten, in denen «embarrassment», zu deutsch Peinlichkeit, auftaucht, um etwa 45 Prozent gestiegen, fand Frieder Paulus, Psychologe an der Universität zu Lübeck und Leitautor der Studie «The Politics of Embarrassment» heraus. Die Forscher hatten Twitter-Nachrichten aus den USA aus dem Zeitraum von Juni 2015 bis Juni 2017 auf den Begriff «embarrassment» hin untersucht. Besonders deutliche Ausschläge hätte es im Zusammenhang mit umstrittenen Auftritten und Äußerungen Trumps wie der Debatte mit Hillary Clinton, dem verweigerten Handschlag beim Besuch von Angela Merkel oder Trumps Verhalten beim Nato-Gipfel im Mai 2017 gegeben. Neben der Verbindung zwischen den Begriffen «Trump» und «embarrassment» gebe es auch eine - schwächere - zwischen Trump und Worten wie «disgust», «shame» und «anger» also Ekel, Scham und Ärger bei den Twitter-Nachrichten, so die Forscher. Wenn Menschen diese Worte nutzten, war demnach die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie über Trump twitterten. Als Grund vermuten die Wissenschaftler die allgemeine Veränderung des politischen Klimas. «Anstatt politische Programme zu diskutieren, geht es stärker um emotionale Reaktionen in der Bevölkerung», erklärte Paulus. Es könne für Trump dabei tatsächlich ein Mittel zum Zweck sein, gegen politische oder gesellschaftliche Normen zu verstoßen.

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