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Vermutlich illegales Autorennen
02.05.2019 18:35 Uhr
Von Oslo nach Prag: Mehr als 100 Sportwagen rasen über A20

Rostock (dpa/mv) - Mehr als 100 Sportwagen, die am Donnerstag mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometer pro Stunde über die A20 rasten, sind ins Visier der Polizei geraten. Wie eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur berichtete, wurden bei der Raststätte Fuchsberg östlich von Wismar 107 Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen. Sie ging davon aus, dass zuvor noch mehr Autos unterwegs waren. Die A20 in Mecklenburg-Vorpommern ist zu großen Teilen ohne Geschwindigkeitsbegrenzung befahrbar. Die Polizei sei von besorgten anderen Autofahrern verständigt worden, sagte die Sprecherin. Ein dpa-Reporter berichtete von der Raststätte Fuchsberg, dass die meisten der teuren Luxusautos norwegische Kennzeichen hatten. Sie trugen zudem die Aufschrift «Eurorally». Im Internet wird beschrieben, dass die Strecke von Oslo über Kiel und Stettin nach Prag führen sollte. Falls diese Angaben zutreffen, sollte die Fahrt am Donnerstag um 9.15 Uhr in Kiel beginnen und nach 4,5 Stunden im mehr als 400 Kilometer entfernten polnischen Stettin enden. Die Autofahrer an der Raststätte hätten sich zumeist entspannt, freundlich und zurückhaltend gezeigt, berichtete der Reporter. Im Internet wird die «Eurorally» als eine Ereignis für Auto-Enthusiasten bezeichnet. Die Teilnehmer zahlen für den Trip bis zu 799 Euro. Bei der «Eurorally» handelte es sich laut Polizei möglicherweise um ein illegales Autorennen. Dementsprechend werde wegen des Vorwurfs eines verbotenen Autorennens und Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Es gelte nun zunächst sicherzustellen, dass kein weiteres Rennen mehr gefahren wird, sagte die Sprecherin. Es werde geprüft, ob die Autos sichergestellt werden können. «Die Weiterfahrt wird definitiv unterbunden.» Sollte dies zutreffen, ist die laut Internet für Donnerstagabend, 22.00 Uhr, im «besten Nachtclub Stettins» geplante Party zumindest gefährdet. Entlang der Autobahn waren mobile und stationäre Kontrollstellen eingerichtet worden, zwei Hubschrauber unterstützten die Aktion. Es waren Polizisten beider Präsidien in Rostock und Neubrandenburg sowie der Bundespolizei im Einsatz. Meldungen über Unfälle lagen zunächst nicht vor.

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