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Forscher fordern Veränderungen in sechs Bereichen
05.11.2019 14:36 Uhr
«Klima-Notfall»: Wissenschaftler warnen eindringlich

New York, 05.11.19: Vor zwei Jahren hatte US-Präsident Donald Trump die Abkehr aus dem Pariser Klimaabkommen 2016 angekündigt. Jetzt hat seine Regierung den frühestmöglichen Termin zum offiziellen Ausstieg genutzt und den Austrittsprozess offiziell in Gang gesetzt. Wirksam wird die Kündigung nach Ablauf einer Frist von einem Jahr - im Fall der USA also erst nach der nächsten Präsidentenwahl am 3. November 2020. National wie international wird der Austritt aus dem Abkommen, das für 195 Staaten gilt, heftig kritisiert. Wie wichtig das Einhalten der Klimaziele und das Stoppen der Erderwärmung bei 1,5 Grad ist, zeigt nun auch eine Erklärung von mehr als 11 000 Wissenschaftlern aus 153 Ländern. Darunter 871 Forscher deutscher Universitäten und Institute: Sie warnen vor einem weltweiten «Klima-Notfall». Wenn sich das menschliche Verhalten, das zu Treibhausgasausstoß und anderen den Klimawandel begünstigenden Faktoren führt, nicht grundlegend und anhaltend verändere, sei «unsägliches menschliches Leid» nicht mehr zu verhindern, heißt es in der Erklärung. O-TON Thomas Newsome, University of Sydney «Wissenschaftler haben eine moralische Pflicht, die Menschheit vor jeglicher katastrophaler Bedrohung zu warnen», sagte Ko-Autor Thomas Newsome von der University of Sydney. «Aus den vorliegenden Daten wird klar, dass wir einem Klima-Notfall gegenüberstehen.» William Ripple von der Oregon State University in den USA führt den Zusammenschluss der Wissenschaftler an. O-TON William Ripple, Oregon State University «Obwohl global seit 40 Jahren verhandelt wird, haben wir weiter gemacht wie vorher und sind diese Krise nicht angegangen.» - «Der Klimawandel ist da und er beschleunigt sich rascher als viele Wissenschaftler erwartet hatten.» Die Forscher fordern in ihrem Beitrag im Fachjournal «BioScience» Veränderungen vor allem in sechs Bereichen: Umstieg auf erneuerbare Energien, Reduzierung des Ausstoßes von Stoffen wie Methan und Ruß, besserer Schutz von Ökosystemen wie Wäldern und Mooren, Konsum von mehr pflanzlichen und weniger tierischen Produkten, nachhaltige Veränderung der Weltwirtschaft und die Eindämmung des Anwachsens der Weltbevölkerung.

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