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Am Unfallort kehr wieder der Alltag ein
08.10.2019 15:42 Uhr
«Ziemlich nah dran» - Limburger betroffen nach Lkw-Crash

Limburg/Berlin, 08.10.19: Ungebremst steuert der 32-Jährige den gestohlenen Lastwagen in die Autos, die an der Kreuzung stehen. Dann steigt er - noch ganz benommen - aus dem Führerhaus aus. Dass er in dem allgemeinen Chaos, das sein Crash verursacht hat, nicht fliehen kann, ist einer Gruppe junger Polizeianwärter zu verdanken, die im benachbarten Diez gerade ihre Ausbildung absolvieren. Die Bundespolizisten - elf Männer und eine Frau - haben an diesem Nachmittag frei und sind in Zivil unterwegs. Drei von ihnen halten den Syrer fest. Er versucht vergeblich, sich ihnen zu entwinden. Dann informieren die Polizeianwärter die hessische Polizei und helfen den Verletzten. Am Tag nach den dramatischen Ereignissen zeugt nur noch ein rot-weißes Absperrband im Mülleimer davon, was hier an der Kreuzung im hessischen Limburg geschehen ist. Der Verkehr rollt am Dienstagmorgen wie immer über die viel befahrene Hauptstraße. Doch die Betroffenheit bleibt. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll der Flüchtling den Fahrer des Lastwagens wortlos und mit Gewalt aus dem Führerhaus gezogen und sich selbst hinters Steuer gesetzt haben. Nach nur wenigen Metern Fahrt rammte er acht Fahrzeuge. Der Crash ging glimpflicher aus, als zunächst angenommen: Die Polizei sprach anfangs von 17 Verletzten, darunter der Lkw-Fahrer, korrigierte die Zahl schließlich nach unten auf insgesamt neun leicht verletzte Menschen. Polizei und Staatsanwaltschaft halten sich mit der Veröffentlichung von Details noch zurück - und mit einer Einschätzung, ob es sich womöglich um einen Terrorakt handeln könnte. Es werde in alle Richtungen ermittelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt mit. Insbesondere zum Tatmotiv könnten derzeit aber noch keine Angaben gemacht werden.

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