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Igel, Igel, Igel
09.12.2019 08:01 Uhr
140 Igel: Private Auffangstation völlig überfüllt

Bad Griesbach, 08.12.19: Keine 150 Gramm bringt der kleine Kerl auf die Waage. Ob er überlebt? Monika Lüdtke ist sich da nicht sicher. O-TON Monika Lüdtke «Der hat sich die Füße verätzt. Das ist jetzt der Ärmste.» Wer ein Kilo erreicht habe, sei reif für den Winterschlaf, erklärt sie. In ihrem Haus im bayerischen Bad Griesbach hält die 65-Jährige mehr als 140 hilfsbedürftige Igel. Damit ist ihre private Auffangstation völlig am Limit. Lüdtke ist fast rund um die Uhr im Einsatz. Alles in der Wohnung ist auf die stacheligen Vierbeiner ausgerichtet. Die Tiere werden von Menschen aus der ganzen Region in die Station gebracht. Einige der Igel sind krank, andere verletzt, häufig sind es Hundebisse O-TON Monika Lüdtke «Und ganz viel leider von diesen Rasenrobotern. Hatten wir heute früh gehabt. Und diese Rasentrimmer, die noch größere Verletzungen machen natürlich. Da ist es dann wirklich nur noch zum Einschläfern. Halbe Köpfe weg, wollen sie nicht hören und nicht sehen.» Die meisten Igel sind unterernährt. Als Insektenfresser finden sie einfach nicht mehr genug Futter. Aus Hunger verspeisen sie umso mehr Schnecken, was wiederum den Lungenwurm und somit Husten verursache. Beim Tierarzt kauft Lüdtke Arznei. Dafür gibt sie gut 500 Euro im Jahr aus. Mit den Futterkosten kommt sie allein auf rund 1000 Euro im Monat. O-TON Monika Lüdtke «Das sind am Tag, das sind nicht so viel, so um die 35 Euro am Tag für so viele Igel. Aber das läppert sich einfach.» Auch der Warmwasserverbrauch für das Reinigen der Boxen sei enorm. Lüdtke bezahlt das meiste aus der eigenen Tasche, einen Teil bekommt sie durch Spenden ersetzt. Für die nächsten Jahre hofft sie auf staatliche Hilfe oder auf eine Kooperation mit einem Verein, um die Arbeit und die Kosten stemmen zu können.

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