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Mehrere Tote bei Aufständen in italienischen Gefängnissen
10.03.2020 09:13 Uhr
Coronavirus-Krise in Italien erfasst auch Gefängnisse

Rom, 10.03.20: Die italienische Regierung hat Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wegen der Coronavirus-Krise auf das ganze Land ausgeweitet. Das sagte Premierminister Giuseppe Conte am Montag. Es gebe keine Zeit zu verlieren. Das Land kämpft gegen eine rapide steigende Zahl von Infizierten und Toten durch die Covid-19-Lungenkrankheit. Mittlerweile haben sich fast 10 000 Menschen angesteckt, mehr als 460 sind gestorben. Die neue Regelung soll ab Dienstag gelten. Auch sämtliche Sportveranstaltungen werden ausfallen. Die Losung der Stunde heißt nun: Reste a casa - also: Bleibt zu Haus! Die Coronavirus-Krise in Italien erfasst auch Gefängnisse: Feuer in Zellen, Häftlinge auf den Dächern: In zahlreichen Gefängnissen in Italien ist es inmitten der Coronavirus-Krise zu heftigen Protesten mit mehreren Toten gekommen. In Modena seien laut Gefängnisverwaltung sechs Häftlinge gestorben, mehrere wurden schwer verletzt. 50 Gefangene hätten versucht, zu fliehen. Die Gewerkschaft der Gefängnispolizei sprach von Aufständen in 27 Haftanstalten im ganzen Land. Die Häftlinge in Modena starben möglicherweise an einer Überdosis von Medikamenten, die sie beim Sturm auf die Krankenabteilung genommen haben könnten. Medien zeigten Videos von einem Aufstand in einem Gefängnis in Mailand. Zu sehen ist, wie Häftling-e auf einem Dach stehen und «Freiheit» skandieren. In dem Gebäude brennt es. In der Stadt Foggia sollen mehrere Häftlinge geflüchtet sein. Grund für die Proteste seien auch Maßnahmen gegen das Coronavirus. Dabei seien Besuche in Gefängnissen sowie sportliche und kulturelle Aktivitäten ausgesetzt worden. Die Insassen haben nur noch das Fernsehen, um sich zu informieren. Von einer Haftanstalt im Land in Salerno hätten sich die Proteste dann «wie eine Bombe» fortgesetzt. Die Leute seien wegen des Virus schon draußen in Angst, «man kann sich vorstellen, wie das dann erst drinnen ist», hieß es von der Organisation Antigone, die sich für die Rechte von Gefangenen einsetzt. In einer Mitteilung von Antigone hieß es, in einer solchen Krise, die das Land derzeit wegen der Covid-19-Krankheit durchmache, sei es fundamental wichtig, auch Häftlingen die Situation zu erklären und Kontakte zu ihren Nahestehenden zum Beispiel über Skype zu ermöglichen.

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