NEWSHUB
Erkundung von Vogelzügen
10.06.2019 15:13 Uhr
Mit Helgoland-Ringen und Hightech dem Vogelflug auf der Spur

Helgoland, 11.06.19: Die Prozedur dauert nur einen Augenblick: Mit einer speziellen Zange wird der Aluminiumring um das Bein des Vogels gelegt. Im Institut für Vogelforschung Vogelwarte Helgoland haben die Mitarbeiter dem Vogel damit eine Art Ausweis verpasst. Denn die Buchstaben-Zahlenkombination auf dem Ring gibt es nur einmal. Den Forschern eröffnet dieser kleine Schritt aber weitreichende Erkenntnisse. O-TON Dr. Jochen Dierschke, Technischer Leiter der «Vogelwarte Helgoland» «Helgoland ist eben ganz besonders für die Zugvogel. Und wir arbeiten halt hauptsächlich an der Erforschung des Vogelzugs.» Werden die beringten Vögel eines Tages gefunden und die Nummer an das Institut zurückgemeldet, kann diese mit den hinterlegten Daten verglichen werden. So können unter anderem der Erfolg individueller Überlebensstrategien ermittelt und der Vogelzug erforscht werden. Und auch ein paar Rekorde können die Wissenschaftler ermitteln. O-TON Dr. Jochen Dierschke, Technischer Leiter der «Vogelwarte Helgoland» «Einen Wiederfund haben wir aus Namibia von einem Neuntöter. Das ist ein Vogel, der ist gerade mal so drosselgroß. Wir haben aber auch Vögel, die sehr weit aus dem Nordosten kommen, aus Skandinavien, aus Finnland, aus Nordwest-Russland. Also kleine Vögel können auch erstaunlich große Strecken zurücklegen.» Insgesamt werden jährlich etwa 180 000 Vögel mit «Helgoland-Ringen» beringt. Der gesamte Ringfundbestand des Instituts ist digitalisiert. Die Beringungs- und Funddaten werden mit einem speziell entwickelten Datenbanksystem bearbeitet und archiviert.

Auch interessant
In Frankfurt halten die Frackträger Einzug
Haustiere für die Ewigkeit
Bundesgericht: Kükenschreddern weiterhin erlaubt
Aus dem Nest gefallenes Uhu-Baby muss Jagen lernen
Berliner Eisbärchen heißt Hertha
Sibirische Tigerbabys im Zoo Hannover geboren