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Kaeser bedauert Ablehnung Neubauers eines Siemens-Postens
12.01.2020 17:00 Uhr
Siemens-Posten: Neubauer lehnt ab, Kaeser bedauert

Berlin/München, 12.01.2020: Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser hat die Entscheidung der Klimaaktivistin Luisa Neubauer bedauert, den angebotenen Sitz im Aufsichtsgremium des künftigen Unternehmens Siemens Energy nicht anzunehmen. Er «respektiere ihre Entscheidung», teilte Kaeser am Sonntag in München mit. «Sie hätte an der Lösung der Klimaproblematik mitgestalten können und auch Einblicke in komplexe unternehmerische Zusammenhänge bekommen», fügte er hinzu. Neubauer aber kenne das Aktienrecht, erklärte sie ihre Entscheidung. «Mit dem Posten wäre ich den Interessen des Unternehmens verpflichtet und könnte Siemens dann nicht mehr unabhängig kommentieren. Das ist nicht mit meiner Rolle als Klimaaktivistin zu vereinbaren.» Sie sei dem Paris Klimaabkommen und dem 1,5-Grad-Ziel zur Begrenzung der Erderwärmung verpflichtet. Sie habe aber Siemens darum gebeten, das Angebot an einen Vertreter oder Vertreterin der Scientists For Future weiterzugeben - das wiederum lehte Kaeser ab. Wissenschaftler und Experten gäbe es bei Siemens genug, es brauche aber Führungspersönlichkeiten. Hintergrund des Dialogs zwischen Kaeser und Neubauer ist die Lieferung einer Zugsignalanlage für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien, über die Siemens bis Montag entscheiden will. Die Adani Group will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. Das Projekt wird von Umweltschützern seit Jahren bekämpft. Kaeser hob am Sonntag hervor: «Wir stehen mit Frau Neubauer und allen Menschen, die den Klimawandel als Bedrohung sehen, auf einer Seite.» Die Bekämpfung des Klimawandels sei ein gemeinsames Ziel, seine Tür stünde weiterhin offen.

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