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Der Vorwurf lautet Mord in 270 Fällen
22.01.2020 10:33 Uhr
Nach Dammbruch in Brasilien: Prüfer von TÜV Süd angeklagt

Rio de Janeiro, 22.01.20: Kurz vor dem Jahrestag des Dammbruchs im brasilianischen Brumadinho hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Und zwar gegen den Bergbaukonzern Vale und eine Tochterfirma des deutschen TÜV Süd. Angeklagt sind außerdem 16 Mitarbeiter der beiden Firmen. Die Staatsanwalt wirft ihnen Mord in 270 Fällen vor. Die beiden Unternehmen werden zudem wegen Umweltverschmutzung angeklagt. Das brasilianische Tochterunternehmen des deutschen TÜV Süd hatte kurz vor dem Dammbruch die Rückhaltebecken geprüft und für sicher befunden. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft wurde das Sicherheitszertifikat ausgestellt, obwohl dem TÜV der schlechte Zustand der Anlage und das Risiko bewusst waren. Die Anwälte von drei angeklagten Mitarbeitern von TÜV Süd wiesen die Vorwürfe zurück. In einer Erklärung auf Anfrage der dpa, betonte TÜV Süd das große Interesse an der Aufklärung der Unglücksursache. Weiter hieß es, dass das Unternehmen den Behörden weiterhin seine Kooperation anbiete. Der Damm an einer Eisenerzmine war am 25. Januar 2019 gebrochen. Eine Schlammlawine begrub daraufhin Menschen, Häuser und Tiere unter sich. Mindestens 259 Menschen kamen dabei ums Leben.

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