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Die Zahlen sind mittlerweile eindeutig: Männer sterben häufiger an der Coronavirus-Erkrankung. Aber warum? Wissenschaftler gehen verschiedenen Vermutungen nach.
23.06.2020 11:24 Uhr
Covid-19: Rätsel um höheres Sterberisiko für Männer

München, 23.06.20: Männer haben bei der Coronavirus-Erkrankung eine schlechtere Prognose als Frauen. Sie erkranken oft schwerer und sterben häufiger. Daten der Forschungsinitiative Global Health 50/50 aus mehr als 20 Ländern zeigen, dass Frauen sich zwar ähnlich häufig infizieren wie Männer, bei den Sterberaten liegt die Verteilung jedoch etwa bei einem Drittel zu zwei Dritteln.Eine Vermutung: Der oft ungesündere Lebensstil von Männern. Denkbar sei auch, dass Männer einfach später zum Arzt gehen - und deshalb Krankheiten länger verschleppen.Vor allem im Gespräch ist aber der sogenannte ACE2-Rezeptor. Über ihn kann das Virus in die Lunge eindringen - er kommt einer Studie zufolge bei Männern in höherer Konzentration vor.Manche Experten sehen als Faktoren für die unterschiedlichen Verläufe auch das weibliche Hormon Östrogen mit seinem schützenden Wirkmechanismus. Auch das Frauen ein stärkeres Immunsystem haben könnte ein Rolle spielen - ohne dass es hier aber eindeutige Belege gibt.Weltweit laufen derzeit unzählige Studien zu Covid-19, auch zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden. Die Mediziner hoffen, dass die Klärung dieser Frage, dann auch neue Wege zur Behandlung eröffnen wird.

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