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Zu Hause bleiben ist in der Corona-Krise der allgemeine Appell. Doch was machen Menschen, die gar kein Zuhause haben? Die Möglichkeiten, ihnen zu helfen, sind derzeit stark begrenzt.
24.03.2020 17:23 Uhr
Obdachlosigkeit in der Corona-Krise - Hilfe auf Sparflamme

Stuttgart, 24.03.20: Zu Hause bleiben heißt die Anweisung der Bundesregierung. Doch was tun die Menschen, die kein Zuhause haben? Rund 41 000 Männer und Frauen machen bundesweit Platte. Das heißt, sie kampieren unter Brücken, in Parks, Unterführungen oder unterirdischen Nahverkehrshaltestellen. Im Südwesten haben nach Zahlen des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes 23 000 Menschen keinen festen Wohnsitz.Harald Wohlmann, Leiter von der Tagesstätte «Olga 46» in Stuttgart bedauert, dass er seinen Klienten derzeit nur eingeschränkt Hilfe bieten kann. Doch der Versuch, sie in den Räumen auf Abstand zu halten, misslang.O-TON Harald Wohlmann, Leiter «Olga 46»«Grundversorgung anbieten, das ist das, was wir weiterhin auch machen werden, das aufrecht erhalten. Grundversorgung heißt Essen anbieten, Frühstück und Mittagsessen anbieten. Was wir machen ist ihnen, die Kleider tauschen, die andere Kleider möchten, ihnen die Kleider anbieten von unseren Kleiderkammern, die wir über Kleiderspenden bekommen haben. Und die, die duschen möchten, Hygiene, das können wir auch anbieten. Reduziert, verteilt auf die gesamte Woche, d.h.: Menschen, die sonst sehr regelmäßig bei uns waren und duschen konnten, können jetzt nur noch zwei mal oder drei mal in der Woche duschen, weil viele drankommen möchten und wir es von den Personenzahlen auch entzerren müssen.»Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsloser waren im Laufe des Jahres 2018 rund 678 000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung. Für sie ist die Situation dramatisch. Viele von Ehrenamtlichen getragene Angebote hätten geschlossen, weil die Helfer sich in die eigenen vier Wände zurückgezogen hätten. Auch in der Caritaseinrichtung «Olga 46» sind die Freiwilligen vorsichtshalber nach Hause geschickt worden. Die Situation ist ernst. Wohlmanns Appell an die Politik ist deshalb: «Vergesst diese Menschen nicht!»

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