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Deutschland legt Resolutionsentwurf vor
24.04.2019 10:01 Uhr
UN: Debatte zu sexuellem Missbrauch mit Clooney und Maas

New York, 24.04.19: Die USA haben den von Deutschland vorgelegten Resolutionsentwurf zu sexueller Gewalt in Konflikten in letzter Minute abgeschwächt. Die Amerikaner störten sich an einer Textpassage, in der es um «sexuelle und reproduktive Gesundheit» ging. Geleitet wurde die Debatte von Bundesaußenminister Heiko Maas, da Deutschland derzeit den Vorsitz im mächtigsten UN-Gremium hat. Maas bezeichnete die Resolution als «Meilenstein auf dem Weg zur Beendigung sexualisierter Gewalt in Konflikten». Auch die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney forderte die Weltgemeinschaft auf, sexuellen Missbrauch in Konflikten mit Hilfe eines internationalen Strafgerichts aufzuarbeiten. O-TON Amal Clooney, Menschenrechtsanwältin «Exzellenzen, Ladies und Gentlemen, das ist Ihr Nürnberg-Moment, Ihre Chance, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Sie schulden es Nadia und tausend anderen Mädchen, die zusehen müssen, wie ISIS-Mitglieder ihre Bärte abrasieren und in ihr altes Leben zurückkehren, während sie, die Opfer, das nicht können. Es ist Zeit für Gerechtigkeit, damit diese Verbrechen dokumentiert werden und nie wieder passieren. Das würde Überlebende wie Nadia, die bereits viel zu viel erleiden mussten, wirklich ehren.» Ebenfalls anwesend, die Friedensnobelpreisträger von 2018, Denis Mukwege und Nadia Murad. Nachdem die von den Amerikanern kritisierte Textpassage gestrichen wurde, stimmten die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats ab. 13 von ihnen stimmten dafür. Russland und China, die einen eigenen Entwurf vorgelegt hatten, enthielten sich.

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