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Bei den Passionsspielen in Oberammergau waren nicht nur die Rollen für Jesus und Maria, Herodes und Pilatus bereits vergeben. Auch tierische Mitspieler waren gecastet worden, etwa ein Riesenesel und Kamele. Nun verlassen sie Oberammergau vorzeitig.
26.03.2020 12:42 Uhr
Passionsabsage: Sancho reist heim und verlässt Oberammergau

Oberammergau, 26.03.20: Sancho hatte die Hauptrolle - zumindest unter den Tieren. Der katalanische Riesenesel sollte Jesus beim Einzug nach Jerusalem tragen. Doch die Premiere der berühmten Passionsspiele am 16. Mai ist wegen der Corona-Epidemie auf 2022 verschoben. Nun verlässt Sancho deshalb Oberammergau. Besitzerin Elke Kerler holt ihn ab, zusammen mit den Kamelen Nalani und Amira, die auch mitspielen sollten.O-Ton Elke Kerler, Besitzerin von Sancho«Ideell ist das gerade der Auftrag, der einen am meisten berührt, weil die Oberammergau-Passion ist tatsächlich etwas, was mehr mit einer Seuche verbunden ist, als alles andere und dass gerade eben das jetzt nicht stattfindet, ist für einen einfach auch ein einschneidendes Erlebnis. Finanziell ist für uns die ganze Sache ziemlich schlimm. Es ist natürlich Oberammergau ein ziemlich großer Auftrag, der ist nur alle zehn Jahre.»Schon bei der Passion vor zehn Jahren waren Kerlers Tiere dabei: Die zwei Kamele namens Opili und Sargan. Bei der Auswahl der Tiere für die Passion war Bauer Toni Scholler auch auf Sancho gestoßen - genau der Richtige für die Jerusalem-Szene. Denn Sancho, 25 Jahre alt, ist groß und kräftig.Im Februar war Sancho mit den Kamelen bei Scholler eingezogen, der auf dem Hof neben dem Passionstheater Milchkühe, Schafe und ein paar Pferde hält. Vor allem die Pferde reagierten erst einmal heftig auf die neuen Mitbewohner.O-Ton Toni Scholler, Bauer«Also das war schon ein Problem. Als wir die abgeladen haben, da sind die alle abgehauen.»Gerade hatten sich alle aneinander gewöhnt. Dann kam die Verschiebung der Spiele. Kerler hofft, dass es bald weitergeht, und setzt auch auf die Passion 2022. Dann auch wieder mit Sancho. Die Oberammergauer jedenfalls würden ihn gern wieder nehmen.

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