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Im Interview: «Ostdeutsche würden oft noch ignoriert»
26.10.2019 15:15 Uhr
Katarina Witt: Ost-Frau ist für mich ein Gütesiegel

Berlin, 26.10.19: Katarina Witt fühlt sich durch ihre DDR-Vergangenheit freier und toleranter als viele Frauen im Westen. «Wo manche West-Frau in meiner Generation noch damit kämpft, was ihre Elterngeneration sich erobern musste, merke ich, dass ich viel freier, viel unabhängiger, viel liberaler, viel toleranter sein kann», sagte der einstige Eislaufstar dem «Tagesspiegel» und den «Potsdamer Neuesten Nachrichten». Für sie waren Mann und Frau immer auf Augenhöhe, das war auch in ihrem Elternhaus so, aber auch in der Schule und bei Freunden, sagte sie. Für sie sei es inzwischen «ein Gütesiegel», eine in Ostdeutschland geborene Frau zu sein, sagte Witt. Die Olympiasiegerin von Sarajewo 1984 beklagte in dem Interview, dass Ostdeutsche 30 Jahre nach dem Mauerfall immer noch ignoriert würden und nannte etwa die Musik und Filme. Dazu habe man eine ganze Generation von DDR-Bürgern, die wie ihre Eltern zur Zeit der Wende zwischen 45 und 55 Jahren alt gewesen sei, nach dem Mauerfall aus dem Arbeitsleben gerissen. Ihnen habe man signalisiert, sie seien es nicht wert, dass die Jobs erhalten bleiben. Sie sollten aber froh sein, denn sei hätten ja nun Freiheit und Demokratie. Dennoch sieht Witt die Wende alles in allem positiv. «Zu sagen, wir müssen jetzt ein gemeinsames Deutschland werden, war die richtige Schlussfolgerung. Doch für diesen Weg hat man sich einfach viel zu wenig Zeit genommen», sagte Witt.

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