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Verhandlung in Österreich
13.02.2020 11:26 Uhr
Gläubige Deutsche ließen Tochter sterben - Fünf Jahre Haft

Krems an der Donau, 13.02.20: Die beiden in Österreich wegen Mordes durch Unterlassung an der eigenen Tochter angeklagten Deutschen sind zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Geschworenengericht in Krems an der Donau befand das Ehepaar am Mittwoch der groben Vernachlässigung des Kindes mit Todesfolge schuldig. Die beiden streng gläubigen Mitglieder einer Freikirche hatten die 13 Jahre alte Tochter im September 2019 sterben lassen und keinen Arzt gerufen. Das Kind litt an einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Nach Angabe der in Usbekistan und Kasachstan geborenen Eltern soll das Kind selbst entschieden haben, nicht ins Krankenhaus zu wollen. Das Ehepaar vertraute stattdessen darauf, dass Gott der Tochter helfen würde. «Ich hab' erwartet, dass Gott sie gesund macht. Bis jetzt hat er immer geholfen. Wieso sollte er das dieses Mal nicht tun», sagte die 35-Jährige Angeklagte. Die Krankheit des Kindes war im Sommer 2017 festgestellt worden, nachdem das Jugendamt auf einen Krankenhausbesuch des Mädchens gedrängt hatte. Ein Gutachter sagte vor Gericht, dass das Mädchen damals in lebensbedrohlichem Zustand gewesen sei. Die Eltern versicherten vor Gericht, dass sie das Kind in den Tagen danach noch zu Kontrollterminen zu Ärzten brachten - danach sah das Mädchen aber keinen Mediziner mehr. Ein Kinderarzt betonte in dem Prozess, dass die 13-Jährige im September 2019 bis zuletzt hätte gerettet werden können. Die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse sei nicht heilbar gewesen, aber sehr gut behandelbar.

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