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dpa Story: Die Kampfschwimmer sind meist geheim unterwegs
15.01.2020 09:49 Uhr
Elite-Einheit Kampfschwimmer: Die Speerspitze der Bundeswehr

Eckernförde, 15.01.19: Schüsse, Rauchbomben, Sturmgewehre: Was aussieht wie ein Einsatz in einem Kriegsgebiet ist nur die Vorbereitung der deutschen Kampfschwimmer auf den Ernstfall. In der Nähe von Eckernförde an der Ostsee lernen die Elite-Soldaten der Bundeswehr ihr Handwerk für spätere Einsätze. O-TON Sven Rump, Kommandeur der Spezialkräfte der Marine «Die Spezialkräfte und hier die Spezialkräfte der Marine werden dann gerufen, wenn die herkömmliche Truppe noch nicht oder grundsätzlich nicht für einen Auftrag, der durch die Bundesregierung vergeben wird, geeignet ist.» Das heißt konkret: Die Kampfschwimmer werden unter anderem bei Geiselnahmen im Ausland, verdeckten Operationen zur Terrorismusbekämpfung und bei Einsätzen hinter den feindlichen Linien eingesetzt. Die Bezeichnung «Kampfschwimmer» trifft dabei nur bedingt zu, denn obwohl die Soldaten einen Großteil ihrer Ausbildung im Wasser verbringen, finden die meisten ihrer Einsätze an Land statt. O-TON Sven Rump, Kommandeur der Spezialkräfte der Marine «Das Wasser selbst ist eigentlich eher ein Medium zur Verbringung, sowohl über als auch unter Wasser. Um dann den eigentlichen Auftrag der dann häufig - der Mensch ist ein Landlebewesen - an Land stattfindet. Es gibt auch Einsätze, die mit einem Auftrag unter Wasser, wie beispielsweise bei Sabotage, zu tun haben. Der Hauptauftrag liegt meistens an Land.» Die Ausbildung in der ältesten Spezialeinheit der Bundeswehr ist hart. Sie dauert drei Jahre und bringt die Rekruten immer wieder an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Frauen sind hier die absolute Ausnahme. Die harten Arbeitsbedingungen und ständigen Auslandseinsätze stellen auch das Familienleben der Soldaten auf eine harte Probe. Den genauen Einsatzort darf noch nicht einmal der engste Familienkreis oder die Freundin erfahren. O-TON Thilo Baier, Kampfschwimmer «Grob können wir sagen, wo wir arbeiten und wo wir uns in etwa auf der Welt befinden. Aber was wir dort machen, können wir nicht sagen. Wir haben tatsächlich die Regelung, wenn ich mich nicht melde, ist alles in Ordnung. Sie sind natürlich auch die ersten die informiert werden, falls etwas passiert.» Öffentlich wird über Einsätze von Spezialkräften wenig bekannt. Zuletzt vor zehn Jahren, als Piraten vor der Küste Somalias den deutschen Frachter «Hansa Stavanger» entführt hatten. Der Befreiungseinsatz wurde aber letztlich abgebrochen. Bald wird es einige der Elite-Soldaten aus Eckernförde nach Westafrika führen, wo sie einheimische Spezialkräfte für Einsätze gegen islamistische Terroristen und kriminelle Banden ausbilden sollen. Für die Soldaten ist die Reise auf den benachbarten Kontinent beinahe ein Katzensprung. Grundsätzlich haben die Kampfschwimmer den Anspruch, binnen 30 Stunden an jeden Ort auf der Welt verlegbar zu sein.

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