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«Penthaus à la Parasit»: Das wandernde Haus
17.10.2019 19:24 Uhr
«Aneignung von oben» - Kunstprotest auf den Dächern Berlins

Berlin, 18.10.11: Ein Haus auf einem Haus - so beschreibt Jakob Wirth sein 3,6 Quadratmeter großes «Penthaus à la Parasit», das er mit einem Künstler-Kollegen ins Leben gerufen hat. Seit Frühjahr 2019 zieht das kleine Holzhäuschen von Dach zu Dach, quer durch die Bezirke Berlins. Gedacht ist es als Kunstprotest gegen steigende Mietpreise. Statt durch hohe Mieten in die «Peripherie» vertrieben zu werden, steigt das «Penthaus à la Parasit» nach oben auf die Dächer - ohne Wissen der Hauseigentümer. O-TON Jakob Wirth, Soziologie-Student «Deswegen nennen wir es auch Aneignung von oben. Wir wollen sagen, man kann im Zentrum bleiben. Statt verdrängt zu werden, in die Peripherie, gehen wir halt aufs Dach. An einen Ort an dem wir, mit unserer Einkommensklasse, nicht bleiben könnten.» Der 27-Jährige ist sich bewusst, dass das «parasitäre Penthaus» das reale Wohnungsproblem in Berlin nicht lösen kann. Er möchte damit auf das bestehende Problem hinweisen und will die Berliner motivieren, selbst aktiv zu werden, denn: Die Mieten in der Hauptstadt steigen seit Jahren. Bei 10,32 Euro pro Quadratmeter liegt der berlinweite Durchschnittswert laut IBB Wohnungsmarktbericht 2018. In Mitte sind es sogar 12,51 Euro pro Quadratmeter. Doch nicht nur deswegen befindet sich der letzte Standplatz des «Penthaus» in Mitte. O-TON Jakob Wirth, Soziologie-Student «Es ist natürlich der Ort, wo die Aufmerksamkeit ist. Und natürlich auch an so einem Ort zu zeigen. Auch da ist noch eine gewisse Widerständigkeit möglich.» Strafrechtliche Folgen habe es bislang für die zwei Künstler nicht gegeben. Beide sehen ihr Projekt unter dem Aspekt der Kunstfreiheit.

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