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Angesichts drohender Engpässe in der Landwirtschaft wegen der Corona-Krise sollen Regelungen für Saisonkräfte flexibler gestaltet werden. In Hessen lassen Spargelbauern Helfer einfliegen.
24.03.2020 13:57 Uhr
Saat und Ernte in der Corona-Krise: Helfer werden eingeflogen

Weiterstadt, 24.03.20: Für Erdbeeren, Salat und Kohl beginnt jetzt die Pflanzzeit, denn was jetzt nicht gepflanzt wird, das kann auch nicht geerntet werden. Und da kommt der Spargel ins Spiel, denn der muss von den Feldern.Doch pflanzen, säen und ernten, wer soll das tun? Allein in Hessen gibt es laut Hessischem Bauernverband Bedarf für 16 bis 17 000 Helfer. Einige Höfe in Hessen haben Saisonarbeitskräfte, andere gerade mal ein Drittel. Polen, Rumänen oder Bulgaren - sie seien besorgt, sich mit Corona zu infizieren.Angesichts der drohenden Engpässe in der Landwirtschaft wegen der Corona-Krise will die Bundesregierung die Regelungen für Saisonkräfte jetzt flexibler gestaltet. So sollen sie eine kurzfristige Beschäftigung für bis zu 115 Tage statt bisher 70 Tage sozialversicherungsfrei ausüben können. Und Saisonarbeitskräfte, die schon in Deutschland sind und das wollen, können länger hier arbeiten.Der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt, begrüßt das Engagement der Bundesregierung, greift aber auch zur Selbsthilfe:O-TON Rolf Meinhardt, Arbeitskreis Spargel Südhessen«Es gitb Licht am Horizont, was die Erntehelfer betrifft, wir haben einen Flug organisiert mit einzelnen Landwirten. Und haben einen ganzen Flieger voll mit Erntehelfern gehabt, und so haben einige Betriebe schon ein paar von den Erntehelfern bekommen.»Auch eine hier gestrandete kubanische Zirkusgruppe will jetzt auf den Feldern mit Hand anlegen.O-TON Rolf Meinhardt, Arbeitskreis Spargel Südhessen«Ich denke mal, dass wir vielleicht nur 60 bis 70 % beernten, den Rest werden wir wahrscheinlich weglassen, weil es ist immer noch ein Frage, kann ich den überhaupt verkaufen.»Er brauche sicher noch mehr Helfer. Allerdings sei es auch eine Frage, wie die in Zeiten des Coronavirus untergebracht werden sollen. Auf seinem Betrieb herrsche «Hofquarantäne».

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