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Mehr Summen als Brummen - der lange Anlauf der E-Autos
30.01.2020 14:34 Uhr
1,6 PS: Hobby-Schrauber machen E-Oldtimer flott

Bockenem, 28.01.20: Tor auf für ein ganz besonderes Auto. Ein Oldtimer, der ein Elektroauto ist. Die Hanomag-Interessengemeinschaft in Bockenem-Störy bei Hildesheim macht den alten Stromer wieder flott. O-TON Horst-Dieter Görg, Vorsitzender der Hanomag-IG e.V. «Dieses Fahrzeug ist ein Hawa von der Hannoverschen Wagonfabrik, gebaut von 1921 bis 1923. Der hatte die Typenbezeichnung EM3 für Elektromobil 3. Da hat die Hawa einige Hundert Stück von gebaut. Zwei haben überlebt.» Elektromobilität ist eigentlich kein neuer Trend. Vor 100 Jahren machten Elektroautos fast 40 Prozent des automobilen Verkehrs allein in New York aus. In anderen Metropolen war es ähnlich. Schwierigkeiten bereiteten damals wie heute die Ladeinfrastruktur, die langen Ladezeiten und die Reichweite. O-TON Horst-Dieter Görg, Vorsitzender der Hanomag-IG e.V. «Die Elektromobilität hat im Laufe ihrer fast 150-jährigen Geschichte immer wieder Höhen und Tiefen erlebt. Es ist in der Vergangenheit immer an der Reichweite gescheitert, was auch heute noch ein Thema ist. Und dieses Fahrzeug war auch von der Reichweite unter 100 Kilometern.» Seit anderthalb Jahren restauriert der Verein den kleinen Lieferwagen. Wenn der Oldtimer fertig ist, wird er um die 25 bis 28 Kilometer Pro Stunde schnell sein. Die Leistung beträgt 1,6 PS. Die Akkus haben eine Gesamtspannung von 40 Volt. «Insgesamt wiegen die Zellen 180 Kilogramm. Das macht fast das halbe Fahrzeuggewicht aus.» Anfang Februar soll die erste Ausfahrt kommen - anders als bei Oldtimern üblich dann nicht laut knatternd, sondern leise summend.

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