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Studie zu deutschen Regionen liefert neue Erkenntnisse
30.10.2019 10:49 Uhr
Insektenschwund: Was tun gegen das stille Sterben?

Berlin, 31.10.19: Die Zahl und Vielfalt der Insekten in Deutschland schrumpft dramatisch. Gelingt es nicht, das Sterben zu stoppen, könnten wie in einer Kettenreaktion die Funktionen ganzer Ökosysteme gestört werden - und die Ernährung des Menschen in Gefahr geraten. Ist der Insektenschwund in Deutschland wissenschaftlich belegt? 2017 stellten Insektenkundler Zahlen vor, die offenbarten, dass die Gesamtmasse an Fluginsekten in Teilen Deutschlands von 1989 bis 2016 um mehr als 75 Prozent abgenommen hat. Problematisch an vielen Studien ist, dass sie häufig nur bestimmte Arten an ausgewählten Standorten und über teils kurze Zeiträume untersuchten. Eine aktuelle Untersuchung liefert nun neue Daten von 290 Standorten in drei Bundesländern - und bestätigt die vorherigen Ergebnisse. Was sind die Ursachen für den Schwund? Als Hauptverursacher sehen Experten die Intensivierung der Landwirtschaft und die damit einhergehende Umgestaltung der Naturlandschaften. Insekten finden in der artenarmen Ackerlandschaft weniger Nahrung und Brutstätten. Zudem macht der Einsatz von Pestiziden vielen Arten zu schaffen. Ein weiteres Problem für viele Insekten ist zudem die Lichtverschmutzung. Nachtaktive Arten werden von den Straßenlampen angezogen und zur leichten Beute für Insektenfresser. Welche Folgen hat der Insektenschwund? Der Verlust der Insekten wirkt sich auf die Ökosysteme insgesamt aus. Fachleute registrieren seit einiger Zeit: Deutschland- wie auch europaweit ist die Zahl insektenfressender Vögel wie der Bachstelze zurückgegangen. Insekten spielen zudem eine herausragende Rolle als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen. Sie sind in dieser Funktion unverzichtbar für die Landwirtschaft. Was tut die Politik gegen das Insektensterben? Im September beschloss das Bundeskabinett ein «Aktionsprogramm Insektenschutz». Darin steht unter anderem: Ende 2023 soll mit dem Einsatz von Glyphosat Schluss sein. Bauern sollen Ausgleichsflächen schaffen, wenn sie bestimmte Wirkstoffe auf ihren Feldern einsetzen. Und auch die Lichtverschmutzung will die Regierung eindämmen. Teil des Aktionsprogramms ist auch die Etablierung eines bundesweiten Insekten-Monitorings, um die Ursachen und das Ausmaß des Insektensterbens weiter zu erforschen. Dessen Konzept wird seit 2018 erarbeitet, ab 2020 soll es erprobt und umgesetzt werden.

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